Lichtverschmutzung in Deustchland

Habt ihr schon mal von dem Begriff der „Lichtverschmutzung“ gehört? Für Astronomen ein wohl bekanntes und leidiges Thema. In der breiten Bevölkerung eher unbekannt. „Lichtverschmutzung“, damit ist die unnötige, künstliche Aufhellung des Nachthimmels gemeint. Unsere moderne Zivilisation machte die Nacht zum Tag. Wir fühlen uns fortschrittlich, sicherer und der Natur überlegen. Aber durch die ineffiziente, nach oben gerichtete Beleuchtung, verlieren wir auch etwas. Etwas, was die Menschen Jahrtausende lang begleitet und beeinflusst hat und gleichzeitig der Ursprung von allem ist: Der Sternenhimmel.

Die wenigsten Menschen in den Großstädten wissen heute noch, wie die Milchstraße mit freiem Auge aussieht oder wie viele Sterne man eigentlich erblicken könnte: Etwa 3.000! Als ich das letzte mal in Hamburg war, konnte ich die Sterne am nächtlichen Himmel mit einer Hand abzählen. Einer davon war eigentlich ein Planet, Jupiter. Immerhin.

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Die Lichter in Europa verschleiern unsere Sicht ins Universum. Quelle: Wikipedia Beleuchtung

Aber es gibt Hoffnung: Das Problem wird mittlerweile anerkannt und es entstehen Orte, die sich mit einem besonders dunklen Himmel auszeichnen. Einer dieser Orte in Deutschland ist Gülpe in Brandenburg. Er soll sogar DER dunkelste Ort in Deutschland sein! Hobbyastronomen aus der gesamten Republik zieht es regelmäßig dort hin und auch ich will diesen Ort mal besuchen. Der Himmel dort ist sicherlich beeindruckend, jedoch immer noch nicht das, was wir eigentlich von Natur aus sehen sollten. Hierzu müssen wir weiter reisen. Wie wäre es mit Namibia oder La Palma?

Ich will nicht predigen, dass wir alle unsere Lichter ausschalten sollen. Grund für Lichtverschmutzung ist oft einfach eine falsche Beleuchtungsart: Warum müssen Straßenlaternen Licht nach oben abstrahlen? Warum müssen sämtliche Fabrikgebäude nach oben hin angestrahlt werden? Wenn wir unsere Beleuchtung nur dort einsetzten würden, wo wir sie wirklich benötigen, wären wir schon einen ganzen Schritt weiter. Mit unserem Beleuchtungswahn nehmen wir uns nicht nur das Fenster ins Universum, sondern machen es auch vielen Tieren und der Natur schwer. Letztendlich behaupte ich, dass uns der Verlust der Nacht auch selbst krank macht.

Ich lebe im ländlichen Bereich. Hier gibt es noch einige dunkle Gebiete und ich kann auch die Milchstraße noch ausmachen. Wie sieht der Nachthimmel bei euch aus?

Wenn euch das Thema interessiert, könnt ihr hier weitere Informationen finden.

2 Kommentare zu „Lichtverschmutzung in Deustchland

  1. Ich sehe es ähnlich. Zum Glück lebe ich auf dem Land und habe deshalb auch noch eine bessere Sicht. Ich finde aber das Problem ist in der Bevölkerung zu wenig bekannt und es wird kaum etwas dagegen unternommen.

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